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Thema: alltagsdinge, die einen verwirren...

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  1. #1
    The Eraser Avatar von HIGH SCHOOL MUSICAL
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    Standard AW: alltagsdinge, die einen verwirren...

    Das sehe ich ähnlich, zumal jetzt schon und in den kommenden Jahren es tatsächlich einen Lehrermangel gibt. Das hängt zum Teil auch damit zusammen, welches Bild von Lehrern in der Gesellschaft so vorherrscht und natürlich von vermeintlichen Chuckie-Rütlischülern, und das finde ich ehrlich gesagt unsäglich, wenn man überlegt, was das für ein harter Job ist, und dass es immerhin um die Bildung unserer Mitmenschen geht. Und dann bleib mal souverän bei den Horrormeldungen aus Politik und Wirtschaft, und versuche die Kids adäquat vorzubereiten. Mit der hübschen Bezahlung, naja, in meinen Augen sollten Lehrer gut und gerne das doppelte Verdienen. Das ist ein Beruf mit gemeinnützigen Ambitionen und Engagement, aber das sind Vokabeln, die stehen gleichbedeutend neben "eherenamtlich". Abgesehen von den neueren Regelungen ach.. hier mal Maul halten, sonst wirds zu arg, deshalb: Lehrer, find ich gut.
    Geändert von HIGH SCHOOL MUSICAL (Sa, 16. Juni 2007 um 16:14 Uhr)
    We're all in this together!

  2. #2
    The Eraser
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    Standard AW: alltagsdinge, die einen verwirren...

    habs eher so gemeint: hatte in der Oberstufe eine gute handvoll Lehrer mit psychischem Stress, von dreien weiß ich den Klinikaufenthalt, und auf meine gesamte Schullaufbahn gerechnet waren gut 90% verbitterte, gelangweilte Wracks. Kann mich an exakt einen Lehrer erinnern, der wirklich gerne unterrichtet hat und Glauben an seine Schüler hatte/die Schülerschaft insgesamt positiv sah.
    Dann hatte ich einige Lehrer, deren man die Leidenschaft fürs Fach anmerkte (v.a. Literatur/Deutsch, Kunst, Musik etc..), die aber um so verbitterter waren, weil sie sich nicht verwirklichen konnten/sie das Niveau nicht ausfüllte.
    Wie du, Cowboy, schon sagtest: die Gründe zu diesem Beruf sind verschieden. Meist ist es doch die Leidenschaft für ein Fach. Manchmal(seltener) die Lust an der Wissensvermittlung.
    Ich glaube beide Gruppen werden früher oder später von ihrem Beruf enttäuscht.
    Gerade weil ich denke, dass oft Menschen den Beruf Lehrer ergreifen, die leidenschaftlich einem Interesse folgen oder wirklich ambitioniert sind, den Leuten was bei zu bringen. (Sicher gibt es auch die, die nur aus wirtschaftl. Hintergedanken (Sicherheit, Freizeit etc.) den Beruf ergreifen - aber das ist eh Hopfen und Malz verloren. ) Und gerade die landen so auf der Fresse. Weil man ja doch nach Anerkennung strebt, wenn man so einen Unterricht gestaltet, und vom Schüler kommt halt nichts zurück. Oft nichtmal vom Studenten. So jedenfalls hab ich das erlebt.
    Aus meinen Erfahrungen heraus wäre für mich der Lehrerberuf undenkbar.
    Vielleicht ja, wenn man das Bildungssystem umgestalten würde, mehr Wahlmöglichkeiten und Eigeninitiative, weniger Stress und Pflicht. Aber dann sieht man ja wieder wie angeödet die Leute in der UNi sitzen. Ich kann den Frust der Lehrer da schon verstehen: wenn das eigene Engagement einfach Tag für Tag gegen die Wand prallt und man mit 50 merkt: es kam null an.
    Lord they went to the southside and we must go too...

  3. #3
    trickster Avatar von Midnight Cowboy
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    Standard AW: alltagsdinge, die einen verwirren...

    wenn du wüsstest, wie hardcore manche uni-leute auf dem lehramtstrip sind und das als ihre ultimative berufung sehen...
    abgesehen davon: glaubst du ernsthaft, dass ein fester job als lehrer nerviger ist als...sagen wir die existenz als freier fernsehjournalist? (btw: ich rede hier nicht von den asseligsten sonderschulen ostberlins, sondern von einer 0815-schule ohne große verhaltensauffälligkeiten in der schülerschaft, wie es die meisten nun mal sind). ich selbst bin alles andere als der klassische lehramtsstudent, aber ich empfand es durchaus als befriedigung während meiner praktika, wenn ich merkte, eine doppelstunde gut gelaufen ist, alle etwas gelernt und dabei auch spaß gehabt hatten. letztlich kommt es immer vor allem auf den draht zu den kiddies an. als misantroph ist man da im falschen beruf.
    bei deinen ganzen beispielen sollte man vielleicht auch beachten, dass sich mit anfang-mitte fünfzig eine gewisse verufsmüdigkeit einstellt, die dich in jedem berufsfeld einholen kann.
    ich bin die ecke aller räume.

  4. #4
    The Eraser
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    Standard AW: alltagsdinge, die einen verwirren...

    Da magst du recht haben: dass sich in vielen Berufen der Verdruss früher oder später einstellt ..
    ich muss auch zugeben, ich war auf einer ziemlichen 0815 Schule, schlimmer noch: Mitglied eines durch und durch 0815 Jahrgangs - und ich sehe das Problem nicht bei den Rütli-Kandidaten, sondern einfach in der Gleichgültigkeit - naja, ich will nicht pauschalisieren, aber ich war halt auf einer Stufe, in der es extrem seicht, sowohl auf Schüler- wie auf Lehrerseite, zuging. Es mögen persönliche Erfahrungen sein, viell. ist das an anderen Schulen anders. Vielleicht ist es schon allein der Unterschied Dorf/Stadt.
    Was ich halt definitiv glaube: dass es da eben doch einige Kandidaten gibt, die viell. nicht so eine realistische Einschätzung haben wie du, und erst recht keinen Draht zu den Kids, sondern die wirklich nur die Vorteile des Berufs (Ferien, Verbeamtung(?), daraus resultierende Sicherheit was Einstellung/Kündigungsschutz angeht) sehen, oder aber vor lauter Leidenschaft für ihr Fach die Frage nach der pädagogischen Kompetenz außer acht lassen.
    Wenn ich da einfach mal schaue, wer von meinem Jahrgang auf Lehramt studiert, da ist "der Draht zu den Kids" ein Witz.
    Wenn es jmd. tatsächlich drauf hat, Interesse bei den Leuten zu wecken, sie für die eigene Sache zu begeistern, dann ist das natürlich toll. Aber es kommt natürlich immer auch auf das Fach an. Ich weiß nicht, was du studierst - ich denke, Sport ist easy, Bio oder so auch nock ok, aber bei Deutsch, Kunst, Religion/Ethik .. kann man halt schon dran zerbrechen.
    Lord they went to the southside and we must go too...

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